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Mann und Kind beim Fahrrad fahren

Ev. Kirche Leerstetten

Die Kirch‘ im Dorf

Leerstetten hat 1194, dem Jahr der ersten urkundlichen Nennung, bereits bestanden. Wie lange schon ist nicht bekannt. Sicher scheint dagegen zu sein, dass eine Kirche oder Kapelle damals noch nicht errichtet war. Leerstetten muss von Schwabach aus kirchlich versorgt worden sein. Immer wieder finden sich Hinweise darauf, dass das Schicksal des kleinen Dorfes aufs engste verbunden war mit der großen Pfarrei. Irgendwann wird eine Kapelle oder vielleicht auch gleich eine Kirche gebaut worden sein. 1372 jedenfalls ist die Rede von einer Filialkirche für die drei Dörfer Leerstetten, Großschwarzenlohe und Furth, für die der Eichstätter Bischof Raban einen „ewigen Priester“ bestellte. Präzisere Nachrichten gibt es nicht; weitere schriftliche Urkunden sind nicht bekannt. Nicht bekannt sind auch archäologische Urkunden. Genaue Untersuchungen oder gar Grabungen auf dem Gelände der heutigen Kirche Peter und Paul haben nie stattgefunden. So wird die interessante Frage, ob die Kirche von 1372 in der heutigen aufgegangen ist oder ob sie abgebrochen wurde, um dem jetzigen Chorraum Platz zu machen, unbeantwortet bleiben.

Evangelische Kirche Leerstetten
Evangelische Kirche Leerstetten
Evangelische Kirche Leerstetten
Evangelische Kirche Leerstetten

Nicht auf festem Boden, sondern in beträchtlicher Höhe, steht, wer mit eigenen Augen die erste gesicherte Jahreszahl im Zusammenhang mit der Peter- und Paulskirche sehen will: Er muss über Treppen, niedere Stiegen und den Grat des Gewölbes hinaufsteigen zur Glockenstube. Auf der mittleren der drei Glocken findet man dann eine Jahreszahl: 1398. So alt – wenigstens - ist die Kirche in ihren Grundzügen. Ob nur der Turm mit dem in seinem Untergeschoss angelegten Chorraum aus dieser Zeit stammt oder auch ein Teil des Langhauses ist nicht mit Sicherheit zu sagen.

Kirche Leerstetten

Belegt ist dagegen, dass der Turm nicht einmal zweihundert Jahre unversehrt überdauerte: 1586 musste sein oberer Teil erneuert werden und nur gut einhundert Jahre später wurden wiederum beträchtliche Teile abgetragen und neu aufgemauert. Leider verwendete man dazu keine Sandsteine mehr, sondern große Ziegel. Das war, soweit das heute rekonstruierbar ist, der große Sündenfall, denn von nun an wurden Sandstein und Ziegel kunterbunt durcheinander verbaut. Alle nachfolgenden Generationen waren nun gezwungen, die Kirche farbig zu überschlämmen.

Haben diese Arbeiten das Erscheinungsbild der Kirche nur im Detail verändert, so stellt die nächste Baumaßnahme doch einen erheblichen Eingriff dar. Die Länge des Kirchenschiffes wurde 1732 nahezu verdoppelt. An der Nordwand ist die Trennungslinie zwischen dem alten und dem neuen Teil noch gut erkennbar: von außen an einer anderen Gestaltung des Sockels und von innen, gleich hinter der Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, an der etwas dünneren und daher zurückspringenden Außenmauer. Barocke Fresken, die anlässlich der großen Außenrenovierung 1991/92 an der Südwand gefunden wurden, müssen aus dieser Periode stammen.

Neugotische Umgestaltung bis heute

Ihren heutigen Charakter erhielt die Peter- und Paulskirche freilich erst noch einmal gut hundert Jahre später. Der Architekt und Konservator Dr. Carl Alexander von Heideloff (1789-1865), Professor an der Polytechnischen Schule zu Nürnberg, fertigte die Pläne für die tiefgreifendste Umgestaltung im Inneren und Äußeren, die die Kirche im Laufe ihrer Geschichte erlebt hat. Der Westgiebel wurde völlig neu aufgebaut und mit Türmchen und Arabesken versehen. Die vorhandenen Fenster wurden tiefer herabgezogen, eine neue Sakristei errichtet, die flache Spunddecke durch eine spitzbogige Tonne ersetzt. Altar, Kanzel, Taufstein, Gestühl und Orgel wurden erneuert, eine weitere Empore  eingebaut, die ganze Kirche ausgemalt. Damals wurde das geschlossene neugotische Bild geschaffen, das die Kirche auch heute noch zeigt.

Die Abstände, in denen an der Kirche gebaut und renoviert wurde, verringerten sich in den folgenden Jahrhunderten in drastischer Weise. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verursachte ein Schwammbefall massive Schäden, zur Sicherung der Statik wurden im Turmbereich eiserne Schleudern befestigt.  1916 musste die Büttner-Orgel aus den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts durch eine Steinmeyer-Orgel ersetzt werden. Dach und Turm werden zur Dauerbaustelle. Nach einer umfassenden Innenrenovierung im Jahr 1955 wird die Orgel 1972 durch ein Instrument der Firma Walcker ersetzt. 1977 erfolgt erneut eine größere Innenrenovierung, bei der die Kirche den glücklicherweise wieder herstellbaren neugotischen Altar erhält. 1991/92 erfolgt als bisher letztes eine große und umfassende Außenrenovierung. Dach und Turm sind auch bei diesen Arbeiten der Schwerpunkt. Alte Anstriche werden vorsichtig entfernt. Dabei wurden barocken Fresken gefunden und gesichert. Durch die Einrichtung eines kleinen Windsfangs und eines schönen Vorbaus vor der Seitentüre der Kirche wurde die Eingangssituation neu gestaltet. Der frühere Friedhof konnte zum Teil einbezogen werden in einen Platz, der den Gemeindegliedern vor und nach dem Gottesdienst zu einem kleinen Treffen zur Verfügung steht

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Quelle:
Pfarrer Klaus Fohrn in „800 Jahre Leerstetten – Ein historischer Rückblick“, 1994; Hrsg. Markt Schwanstetten

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