Aktuelles aus dem Rathaus: Markt Schwanstetten

Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Service & Verwaltung

Hauptbereich

Seniorenbefragung

Autor: Markt Schwanstetten
Artikel vom 27.10.2017

Einen ausführlichen Bericht über eine vom Seniorenbeirat Schwanstetten durchgeführte Befragung an im Markt Schwanstetten lebende Senioren gab Dr. Axel Zessin, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Ziel der Befragung war die Abgabe einer fundierten Empfehlung für eine seniorengerechtes Wohnen im Alter in Schwanstetten.
Der Marktgemeinderat von Schwanstetten hatte sich in einer früheren Sitzung bereits Gedanken über mögliche Wohnmodelle für ältere Menschen gemacht und dazu Referenten eingeladen. Der Marktgemeinderat hatte sich zwei Planungskonzepte vorstellen lassen.
Bürgermeister Robert Pfann (SPD) dankte vorab dem Seniorenbeirat für seine mit der Befragung geleistete Arbeit.
Dr. Axel Zessin erklärte, dass die Befragungsstruktur analog zum „Seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises Roth“ erfolgte. Mit den Ergebnissen der Befragung im Landkreis standen somit auch Vergleichswerte zur Verfügung. Dr. Axel Zessin berichtete außerdem, dass die Zielgruppe der Befragung Senioren ab einem Alter von 65 Jahren waren. In dieser Altersgruppe leben etwa 1.600 Personen in Schwanstetten. Für ein repräsentatives Ergebnis wurden 25 Prozent von ihnen im Vorfeld zur Vorbereitung der Befragung angeschrieben. Dies war jeder Vierte in alphabetischer Reihenfolge. Die eigentliche Befragung erfolgte durch Mitglieder des Seniorenbeirats in den Wohnungen der Angeschriebenen. Letztendlich erfolgte im Zeitraum von Mitte Mai bis Anfang Juli die Befragung von insgesamt 261 Personen. Die anderen Angeschriebenen waren zum Befragungszeitpunkt nicht anzutreffen. Teilnahmeunwillige waren die Ausnahme. Somit nahm etwa ein Sechstel der Senioren in Schwanstetten an der Befragung teil. Bei den Befragten überwog der Anteil der Männer leicht.
Dr. Axel Zessin präsentierte in seinen Ausführungen Befragungsergebnisse aus den Ortsteilen Leerstetten und Schwand. Die große Mehrzahl der Befragten in beiden Ortsteilen lebt im Wohneigentum und meistens in Einfamilienhäusern. In Leerstetten ist der Anteil, die in Reihenhäusern signifikant höher. Die überwiegende Mehrheit lebt mit einem Ehepartner oder Lebensgefährten zusammen. Es folgten die Alleinlebenden. Befragte, die mit Kindern oder Enkeln im Haushalt lebten, waren in der Minderheit.
Das Thema Barrierefreiheit hatte großes Gewicht bei der Befragung. 71 Prozent der Befragungsteilnehmer gaben an, zur Zeit diesbezüglich keine Schwierigkeiten im eigenen Haushalt zu haben. 61 Prozent der Befragten gaben auch an, dass für sie ein Umbau in Richtung Barrierefreiheit nicht in Frage kommt. Ein ähnlich hoher Prozentsatz gab auch an, dass ein Umzug nicht geplant ist.
Eine der wichtigsten Fragen richtete sich nach der gewünschten Wohnform, wenn ein Umzug doch unumgänglich wird. Hier sprach sich eine deutliche Mehrheit von 63,4 Prozent für betreutes Wohnen aus. 28,6 Prozent bevorzugten ein Mehrgenerationenhaus, während nur 7,1 Prozent einen Umzug in ein Pflegeheim wünschten. Auffällig war, dass die Bevorzugung für betreutes Wohnung bei den Männer stärker ausgeprägt war. Für diese Wohnform sprachen sich 65,8 Prozent von ihnen aus. Ebenfalls deutlich (64,0 Prozent) sahen auch die Notwendigkeit der Schaffung einer Demenz-Wohngemeinschaft.
Die persönliche Mobilität schätzten die meisten Befragten noch als gut ein. Ähnliches galt für die Versorgung vor Ort. Dennoch gibt es auch Forderungen nach einer Verbesserung. Bei den Befragten im Ortsteil Leerstetten überwog der Wunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten (Vollsortimenter, Supermarkt oder Discounter), während in Schwand unter anderem der Wunsch nach einer Sparkassen- oder anderen Bankfiliale, einer Apotheke oder einer Metzgerei ausgeprägter war. Für die Befragten in Leerstetten war es in ihrer überwältigenden Mehrheit besonders wichtig, dass der Dorfladen „Unser Markt in Schwanstetten“ erhalten bleibt.
Auch mehr Angebote beim öffentlichen Personennahverkehr wurden bei der Befragung angegeben. Sowohl im Ortsteil Leerstetten, als auch im Ortsteil Schwand wurde die Anbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr als weniger gut empfunden. Als mögliche Alternativen oder Ergänzungen zum bestehenden ÖPNV standen die Einrichtung von Sammeltaxi oder eines Bürgerbusses zur Auswahl. In beiden Ortsteilen überwog leicht die Bevorzugung eines Sammeltaxis. Angeführt wurde vielfach auch der Wunsch nach einer besseren Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Kreisstadt Roth, nach Schwabach und Nürnberg sowie, dass die Bushaltestellen in der Gemeinde oft zu weit sind.
Als besonders positiv wurde das kulturelle Angebot in Schwanstetten beurteilt. Mehr als 90 Prozent der Befragten befanden es als gut. Es gab besonders Komplimente an Vereine, wie zum Beispiel „Kultur in Schwanstetten“ K. i. S..
Weiterhin war unter den Befragten unter anderem der Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten in der Gemeinde, nach seniorengerechten bezahlbaren Wohnungen und einem Seniorentreff oder –café zu entnehmen.
Empfehlungen des Seniorenbeirats waren unter anderem die Erweiterung des Angebots für betreutes Wohnen mit der Möglichkeit der Vollpflege in der Gemeinde sowie für den öffentlichen Personennahverkehr auszuloten, Maßnahmen zur Schaffung einer Demenz-Wohngemeinschaft einzuleiten und das Aufstellen zusätzlicher Sitzbänke. Dr. Axel Zessin äußerte auch das Fazit, dass sich die Senioren in Schwanstetten überwiegend positiv über die Gemeinde äußern und dass sie sich in dieser wohl fühlen.
Zu den Ausführungen erklärte Bürgermeister Robert Pfann, dass bereits begonnen wurde, geeignete Wohnmodelle für Senioren anzusehen und das Thema anzugehen. Hierzu müssten geeignete Träger gefunden werden. Hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs erklärte er, dass es sich um eine komplexe Materie handelt.
Bezüglich der Frage nach weiteren Sitzbänken gab der Bürgermeister die Empfehlung, dass wenn der Seniorenbeirat entsprechende Standorte benennen kann, Hinweise an die Verwaltung zu geben.