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Bürgermeisterbrief im Oktober 2026
Erstelldatum01.10.2026
Bürgermeister Richard Seidler informiert
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der Herbst hat inzwischen Einzug in Schwanstetten gehalten. Die Tage werden merklich kürzer, die Bäume färben sich bunt und die Natur bereitet sich langsam auf die ruhigere Jahreszeit vor. Gleichzeitig ist der Herbst traditionell auch die Zeit, in der viele wichtige Projekte konkret werden, Weichen für die Zukunft gestellt und Entscheidungen vorbereitet werden.
Auch in unserer Marktgemeinde stehen zahlreiche Themen auf der Agenda. Vom Ausbau der digitalen Infrastruktur über die Wiederbelebung des Jugendbeirats bis hin zu wichtigen Zukunftsprojekten im Bereich unserer kommunalen Einrichtungen: In den vergangenen Wochen ist viel passiert, worüber ich Sie gerne informieren möchte.
Bolzplatz am Köhlerweg wieder bespielbar
Anfang Juli haben bislang unbekannte Täter den Bolz- und Basketballplatz am Köhlerweg erheblich beschädigt. Teile des Bodenbelags wurden herausgerissen und sogar über die Basketballkörbe gehängt. Eine Nutzung der Anlage war dadurch nicht mehr möglich.
In den vergangenen Wochen haben Bauamt, Bauhof und ich deshalb intensiv nach einer wirtschaftlich vertretbaren Lösung gesucht, um den beliebten Treffpunkt für Kinder und Jugendliche wieder nutzbar zu machen. Dank großer Kreativität und handwerklichen Geschicks unserer Bauhofmitarbeiter konnte nun eine kostengünstige Reparatur umgesetzt werden. Hierfür waren Materialkosten von rund 2.500 Euro sowie zahlreiche Arbeitsstunden des Bauhofs erforderlich.
Besonders ärgerlich ist, dass dieses Geld an anderer Stelle sinnvoller hätte eingesetzt werden können. Umso mehr danke ich allen Beteiligten, die sich mit großem Engagement für die Wiederherstellung eingesetzt haben.
Der Einsatz war nicht selbstverständlich. Da der Bolzplatz im Zuge der geplanten Entwicklung des Baugebietes Oberlohe künftig entfallen und an anderer Stelle ersetzt werden wird, wäre eine aufwendige und kostenintensive Sanierung wirtschaftlich kaum zu vertreten gewesen. Ohne die gefundene Lösung mit geschätzten Gesamtkosten von lediglich rund 5.000 Euro hätte der Bolzplatz dauerhaft geschlossen bleiben müssen. Nun steht die Anlage den Kindern und Jugendlichen zumindest für die verbleibende Nutzungsdauer wieder zum Spielen und Sporttreiben zur Verfügung.
Unsere öffentlichen Bücherschränke sowie die Litfaßsäulen erhalten eine „Frischekur“
Bei einem Ortstermin an den öffentlichen Bücherschränken auf der Grünfläche an der Nürnberger Straße/Schulgasse in Schwand sowie am Kirchplatz in Leerstetten mit den ehrenamtlichen Betreuerinnen Renate Seitz und Gabriele Rösel zeigte sich, dass die Scharniere mittlerweile erste Risse aufweisen und sich stellenweise Rost gebildet hat. Zunächst war geplant, die notwendigen Arbeiten durch unseren Bauhof durchführen zu lassen. Dank einer Initiative unserer Kulturamtsleiterin Stefanie Weidner konnte jedoch eine deutlich wirtschaftlichere Lösung gefunden werden. Die Herstellerfirma Urbanlife wird beide Bücherschränke für einen Pauschalbetrag von jeweils 100 Euro überarbeiten. Ein Angebot, das wir gerne angenommen haben.
Auch bei unseren Litfaßsäulen an der Kreuzung Alte Straße/Am Sägerhof in Schwand sowie am Kirchplatz in Leerstetten haben die vergangenen Jahre ihre Spuren hinterlassen. Wind und Wetter haben den Anlagen zugesetzt, die Plexiglasscheiben sind teilweise vergilbt und die Oberflächen wirken zunehmend verwittert. Unsere Bauhofmitarbeiter werden sich deshalb in den kommenden Wochen darum kümmern, die Litfaßsäulen wieder optisch aufzuwerten.
Die genannten Beispiele zeigen aber auch: Öffentliche Einrichtungen benötigen Pflege und verursachen Kosten. Deshalb bitte ich sorgsam mit unserem gemeinsamen Eigentum umzugehen. Freuen wir uns über die vielen Einrichtungen, die unsere Heimatgemeinde lebens- und liebenswert machen, und sprechen wir Menschen an, die diese mutwillig beschädigen oder respektlos behandeln. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass wir alle möglichst lange Freude an diesen Einrichtungen haben.
Spatenstich für den geförderten Glasfaserausbau
Mit dem offiziellen Spatenstich am 31. August hat auch der geförderte Glasfaserausbau in Schwanstetten begonnen. Rund 199 Adressen in den Ortsteilen Furth, Hagershof, Harm, Holzgut, Mittelhembach und Schwand Ost erhalten künftig einen direkten Glasfaseranschluss bis ins Haus. Für die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer ist der Anschluss im Rahmen des Förderprojekts kostenlos.
Von einem geförderten Glasfaserausbau spricht man, wenn ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Fördermittel können in der Regel nur dort eingesetzt werden, wo bislang keine ausreichende Breitbandversorgung vorhanden ist und eine Erschließung ohne staatliche Unterstützung nicht erfolgen würde. Für den geförderten Glasfaserausbau in Schwanstetten stellt der Freistaat Bayern rund 1,2 Millionen Euro bereit, der Markt Schwanstetten beteiligt sich mit knapp 350.000 Euro an den Ausbaukosten.
Durch die geförderte Maßnahme werden rund neun Kilometer Leitungen verlegt und neun neue Netzverteiler errichtet. Damit verbessert sich die digitale Infrastruktur unserer Marktgemeinde spürbar, und viele Haushalte erhalten künftig Zugang zu Internetgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde.
Trotz dieses wichtigen Meilensteins bleiben derzeit noch einige kleinere Bereiche in Schwanstetten ohne Glasfaseranschluss. Da dort über das Vodafone-Kabelnetz bereits Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s zur Verfügung stehen, erfüllen jedoch diese Gebiete die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung derzeit nicht. Dennoch werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, auch diese Bereiche perspektivisch an das Glasfasernetz anzubinden.
Gut zu wissen: Geförderter und eigenwirtschaftlicher Ausbau
Neben dem geförderten Glasfaserausbau läuft in Schwanstetten auch ein eigenwirtschaftlicher Ausbau. So hat die Deutsche Telekom über ihr Beteiligungsunternehmen GlasfaserPlus bereits im Mai 2026 mit dem Glasfaserausbau in Leerstetten begonnen.
Der Unterschied: Beim eigenwirtschaftlichen Ausbau trägt das Telekommunikationsunternehmen die Kosten selbst und baut dort aus, wo ein wirtschaftlicher Betrieb erwartet wird. Beim geförderten Ausbau stellen Bund, Freistaat und Kommune Fördermittel bereit, um auch Gebiete mit geringerer Wirtschaftlichkeit an das Glasfasernetz anzubinden.
Jugendzukunftswerkstatt: Jetzt mitmachen und Schwanstetten mitgestalten
Wie stellen sich junge Menschen die Zukunft Schwanstettens vor? Welche Wünsche, Ideen und Anregungen haben sie für unsere Marktgemeinde? Antworten auf diese Fragen soll die erste Jugendzukunftswerkstatt am 6. Oktober 2026 im Jugendtreff Schwanstetten liefern. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring Roth möchten wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 26 Jahren die Möglichkeit geben, ihre Vorstellungen einzubringen und aktiv an der Entwicklung unserer Heimatgemeinde mitzuwirken.
Hierfür wurden in den vergangenen Wochen rund 900 junge Menschen persönlich angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele dieses Angebot wahrnehmen. Die Zukunft Schwanstettens kann nur gemeinsam gestaltet werden, und dazu gehören selbstverständlich auch die Ideen, Wünsche und Perspektiven unserer jungen Generation.
Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt sollen zugleich wichtige Impulse für die weitere Jugendarbeit liefern und als Grundlage für die Wiederbelebung eines Jugendbeirats dienen. Wer mitreden, mitgestalten und mitbestimmen möchte, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Wenn ich auf die vielen Themen meines Bürgermeisterbriefes blicke, wird deutlich: Schwanstetten steht nicht still. Unsere Marktgemeinde entwickelt sich weiter, gleichzeitig gilt es, Bewährtes zu erhalten und verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Mitteln umzugehen. Dabei bin ich immer wieder dankbar für die vielen Menschen, die sich in Vereinen, Feuerwehr, Verbänden, Initiativen, Kirchen oder einfach als engagierte Bürgerinnen und Bürger für unser Gemeinwesen einsetzen. Dieses Miteinander macht unsere Heimatgemeinde aus und ist die Grundlage dafür, dass wir die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern können.
Lassen Sie uns unsere Heimatgemeinde auch weiterhin gemeinsam mit Tatkraft, Vernunft und einem guten Miteinander gestalten. Dann bin ich zuversichtlich, dass Schwanstetten auch künftig ein Ort bleibt, in dem man gerne lebt.
Herzlichst Ihr
Richard Seidler
Erster Bürgermeister



