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Ein echter Kümmerer geht
Erstelldatum04.09.2026
Schwanstetten verabschiedet Bauhofleiter Reiner Grüttner nach 26 Jahren in den Ruhestand

Wenn man durch Schwanstetten fährt, über gepflegte Grünflächen blickt, durch saubere Straßen geht oder sich darüber freut, dass nach einem Unwetter oder einem Wintereinbruch alles erstaunlich schnell wieder funktioniert, steckt dahinter oft die unermüdliche Arbeit des Bauhofs. An dessen Spitze stand über viele Jahre ein Mann, dessen Name für Verlässlichkeit, Fachwissen und einen ganz besonderen trockenen Humor steht: Reiner Grüttner.
Am 1. September 2000 trat er, eingestellt vom damaligen Ersten Bürgermeister Dietmar Koltzenburg, seine Tätigkeit beim Markt Schwanstetten als stellvertretender Bauhofleiter an. Mit seiner fundierten Qualifikation als Meister und Bauleiter im Garten- und Landschaftsbau brachte er die besten Voraussetzungen mit, um im Oktober 2012 die Gesamtleitung des Bauhofs zu übernehmen. Diese Verantwortung trug er nicht nur, er lebte sie.
Wer die Einschätzungen seiner Kolleginnen und Kollegen liest, stößt unweigerlich auf Attribute wie erfahren, zuverlässig, eigenverantwortlich, verantwortungsbewusst, teamfähig und humorvoll. Doch vor allem war er eines: ein echter Kümmerer. Besonders bemerkenswert fand Erster Bürgermeister Richard Seidler in seiner Abschiedsrede den Umstand, dass sich Reiner Grüttner in all den Jahren am Steuer des Bauhofs nie im Ton vergriffen hat. Wer täglich mit Bürgern, Verwaltung und unterschiedlichsten Anliegen jongliert, weiß, was für eine herausragende Leistung das ist.
„Denn Bauhofleiter ist kein Beruf. Bauhofleiter ist oftmals eine Mischung aus Handwerker, Organisator, Psychologe, Vermittler, Krisenmanager und gelegentlich Blitzableiter für alles, was in einer Kommune gerade nicht so läuft“, so der Erste Bürgermeister Richard Seidler in seiner Laudatio bei der Abschiedsfeier im Bauhof.
Neben seiner Führungsrolle übernahm Grüttner auch als Personalratsvorsitzender Verantwortung für die Belegschaft. Ob tarifrechtliche Fragen, Personalversammlungen, Weihnachtsfeiern oder Betriebsausflüge – er hatte stets das Wohl der Kolleginnen und Kollegen im Blick und verstand es meisterhaft, Fachkompetenz mit Humor zu verbinden, sodass alle mit einem Lächeln nach Hause gingen.
Dass der frisch gebackene Ruheständler aus einem besonderen Holz geschnitzt ist, zeigt auch ein Blick auf seine Gesundheitsstatistik: In den letzten 14 Jahren summierten sich seine krankheitsbedingten Fehlzeiten auf gerade einmal drei Wochen, die unter anderem durch ein unfreiwilliges Ausweichmanöver mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit ausgelöst wurden, als ihm ein entgegenkommender Radfahrer in die Quere kam. Seine große Leidenschaft für das Radfahren sowie das in den letzten Jahren hinzugekommene Segeln spiegeln auch seinen Charakter wider: Auf dem Drahtesel braucht man Ausdauer, beim Segeln Ruhe, Weitsicht und die Fähigkeit, auch bei starkem Gegenwind den Kurs zu halten.
Auch die ersten Monate der Zusammenarbeit mit dem neuen Ersten Bürgermeister Richard Seidler boten gleich einige kleine kommunale Abenteuer, wie zum Beispiel Diskussionen über Bordsteinkanten, Gehwegabsenkungen oder landwirtschaftliche Belange. Während andere in solchen Situationen die Geduld verloren hätten, blieb Grüttner stets ruhig, sachlich und zugewandt, gewürzt mit jenem feinen, trockenen Wortwitz, den Seidler besonders schätzte.
Neben besten Wünschen für die Zukunft und dem herzlichen Dank für alles, was er für Schwanstetten geleistet hat, gab es ein passendes Abschiedsgeschenk zum Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand: Da Reiner Grüttner 26 Jahre lang selbst ein Multitool für den Markt war, erhielt ein Leatherman Multitool. Bürgermeister Richard Seidler gab ihm augenzwinkernd mit auf den Weg, nun die Freiheit zu genießen, nicht mehr für „jeden Stein“ im Ort verantwortlich zu sein, ließ aber durchklingen, dass ein eventueller Einsatz auf 500-Euro-Basis für das alte Bauhof-Feeling nicht ganz ausgeschlossen ist, sollte doch wider Erwartens Langeweile auftreten.

