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Bürgermeisterbrief im September 2026
Erstelldatum01.09.2026
Bürgermeister Richard Seidler informiert
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Kirchweihen sind vorbei, die Sommerfeste gefeiert und die Sommerferien neigen sich langsam ihrem Ende entgegen. Schon bald beginnt für unsere Schülerinnen und Schüler wieder ein neues Schuljahr und auch für viele Berufstätige endet die Urlaubszeit. Ich hoffe, Sie konnten die vergangenen Wochen nutzen, um Kraft zu tanken, schöne Momente mit Familie und Freunden zu verbringen und etwas Abstand vom Alltag zu gewinnen, sei es zuhause oder auf Reisen.
Während vielerorts Ferienzeit herrscht, ist in der Gemeindeverwaltung und im Marktgemeinderat die Arbeit selbstverständlich weitergegangen. Die Zeit bleibt nicht stehen und auch in Schwanstetten hat sich in den vergangenen Wochen wieder einiges getan. Über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen möchte ich Sie heute informieren.
Sicherer Schulstart für unsere Kinder und Jugendlichen
Am 15. September 2026 beginnt für unsere Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr 2026/2027. Für viele ist dies die Rückkehr in den Schulalltag, für unsere ABC-Schützen sogar der erste große Schritt in einen neuen Lebensabschnitt.
Ich möchte daher alle Verkehrsteilnehmer herzlich bitten, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Gerade die jüngsten Verkehrsteilnehmer müssen sich zunächst an ihren neuen Schulweg gewöhnen. Dies gilt ebenso für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die ab diesem Schuljahr erstmals mit dem Schulbus fahren und sich deshalb verstärkt an den Hauptverkehrsstraßen und Bushaltestellen aufhalten werden.
Bitte helfen Sie mit, dass unsere Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Ein wenig mehr Vorsicht, Rücksichtnahme und Geduld können dabei einen wichtigen Beitrag leisten.
Allen Schülerinnen und Schülern wünsche ich einen erfolgreichen Start in das neue Schuljahr, viel Freude beim Lernen, gute Freundschaften und viele positive Erfahrungen. Frei nach dem bekannten Motto: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben!“
Vandalismus beschädigt unser gemeinsames Eigentum
Mit Sorge beobachte ich, dass die Zahl der mutwilligen Beschädigungen in unserer Gemeinde zunimmt. Ob die abgebrannte Spielhütte auf dem Kinderspielplatz in der Siemensstraße in Leerstetten, die Beschädigungen am Bolzplatz im Köhlerweg oder zahlreiche Graffitis auf Schaltkästen, Hauswänden, Litfaßsäulen, Papierkörben und Sitzgelegenheiten: Der entstandene Schaden ist erheblich.
Selbstverständlich werden sämtliche Fälle konsequent zur Anzeige gebracht. Dennoch können Verwaltung und Polizei solche Vorfälle nur dann erfolgreich verfolgen, wenn sie dabei auch Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten.
Deshalb bitte ich Sie herzlich um Ihre Mithilfe. Sollten Sie beobachten, wie Personen öffentliches oder privates Eigentum beschädigen oder beschmieren, informieren Sie bitte unmittelbar die Polizeiinspektion Roth. Oft sind es gerade die kleinen Hinweise, die zur Aufklärung beitragen können.
Was mich persönlich besonders betroffen macht: Viele dieser Einrichtungen wurden mit erheblichem finanziellem Aufwand geschaffen, damit Kinder spielen, Jugendliche Sport treiben und Familien ihre Freizeit verbringen können. Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, weshalb man Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen, mutwillig zerstört.
Besonders ärgerlich ist dies dort, wo Bürgerinnen und Bürger selbst viel Engagement zeigen. So wurden beispielsweise Schaltkästen an einem Anwesen im Ortsteil Schwand in der Fassadenfarbe des Hauses gestaltet und harmonisch in das Ortsbild integriert. Wenige Sprühdosen genügten, um dieses Gesamtbild zu zerstören. Solches Verhalten ist nicht kreativ, sondern schlicht respektlos gegenüber dem Eigentum anderer.

Klimaanpassung bleibt eine wichtige Zukunftsaufgabe
Die Folgen des Klimawandels sind längst auch auf kommunaler Ebene spürbar. Längere Hitzeperioden, Trockenheit und zunehmend häufigere Starkregenereignisse stellen Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen.
Aus diesem Grund habe ich am Workshop zur Klimaanpassung des Landkreises Roth teilgenommen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse werden uns in den kommenden Jahren bei vielen Planungen begleiten. Welche konkreten Handlungsansätze sich daraus ergeben und welche Bedeutung diese Entwicklungen für Schwanstetten haben, können Sie ausführlich auf Seite XY dieser Ausgabe lesen.
Ehrentitel „Altbürgermeister“ für Robert Pfann
Der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung vom 30. Juni 2026 beschlossen, meinem Amtsvorgänger Robert Pfann in Anerkennung seiner 18-jährigen Amtszeit und seiner besonderen Verdienste für den Markt Schwanstetten den Ehrentitel „Altbürgermeister“ zu verleihen.
Am 6. August durfte ich ihm diese besondere Auszeichnung im Rahmen eines Stehempfangs im Rathaus offiziell überreichen. Gemeinsam mit ehemaligen und aktuellen Mitgliedern des Marktgemeinderates wurde damit sein langjähriges Wirken für unsere Gemeinde gewürdigt.
Ich gratuliere Altbürgermeister Robert Pfann nochmals sehr herzlich und danke ihm für seinen engagierten Einsatz zum Wohle Schwanstettens.
Jugendbeirat soll wieder aktiv werden
Die Mitwirkung junger Menschen an der Entwicklung unserer Gemeinde ist mir ein wichtiges Anliegen. Deshalb wollen wir den Jugendbeirat in der neuen Amtsperiode wieder mit Leben erfüllen.
Zum Auftakt findet am 6. Oktober 2026 eine Jugend-Zukunftswerkstatt für alle Schwanstetterinnen und Schwanstetter zwischen 12 und 26 Jahren statt. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring, unserem Jugendpfleger Jürgen Fugmann und dem Quartiersmanagement möchten wir herausfinden, wo junge Menschen Handlungsbedarf sehen und welche Themen ihnen besonders wichtig sind.
Gleichzeitig wollen wir Interesse an einer dauerhaften Mitarbeit im Jugendbeirat wecken. Ähnlich wie der Seniorenbeirat soll dieses Gremium künftig die Anliegen junger Menschen gegenüber Bürgermeister und Gemeinderat vertreten und wichtige Impulse für die kommunale Entwicklung geben.
Digitalisierung der amtlichen Bekanntmachungen
Der Marktgemeinderat hat Ende Juli die Neufassung der Geschäftsordnung sowie den Neuerlass der Hauptsatzung beschlossen.
Für Sie als Bürgerinnen und Bürger ergibt sich daraus eine wesentliche Änderung: Öffentliche Bekanntmachungen werden künftig über die Internetseite des Marktes Schwanstetten veröffentlicht. Dies entspricht den Möglichkeiten des modernen Kommunalrechts und trägt den veränderten Informationsgewohnheiten vieler Menschen Rechnung.
Gleichzeitig werden wir freiwillig weiterhin Bekanntmachungskästen in den Ortsteilen vorhalten, sodass wichtige Informationen auch künftig auf mehreren Wegen zugänglich bleiben.
Im Zuge der Beschlussfassung wurden außerdem die Sitzungsgelder der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von bislang 25 Euro auf 40 Euro angehoben. Nach zwölf Jahren ohne Anpassung entsprach der bisherige Betrag nicht mehr dem landkreisweiten Niveau.
Hilfe für Menschen in besonderen Notlagen
In derselben Sitzung beschloss der Marktgemeinderat einstimmig den Erlass einer Satzung für die Obdachlosenunterkunft des Marktes Schwanstetten sowie die dazugehörige Gebührensatzung.
Die Unterkunft besteht bereits seit vielen Jahren in Form eines Wohncontainers beim ehemaligen Feuerwehrhaus in Mittelhembach. Sie dient der vorübergehenden Unterbringung von Menschen, die unerwartet ihre Wohnung verloren haben und kurzfristig keine andere Unterkunft finden können.
Mit den nun beschlossenen Satzungen wurden die notwendigen rechtlichen Grundlagen geschaffen. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass Menschen in akuten Notsituationen auch künftig schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten können.
Bürgerstiftung personell neu aufgestellt
Ein weiteres Zeichen für das starke ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinde ist die Kommunale Bürgerstiftung. Der Marktgemeinderat hat Ingeborg Bromm, Alfred Garcia Gräf, Willi Maueröder, Wolfgang Knörle und Robert Pfann in den Stiftungsrat berufen. Kraft Amtes gehöre auch ich diesem Gremium an.
Besonders freut mich, dass Robert Pfann die Stiftung weiterhin begleitet. Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden die Entstehung und den erfolgreichen Aufbau der Bürgerstiftung unmittelbar mit seinem langjährigen Engagement.
Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern wird der Stiftungsrat die erfolgreiche Arbeit der Stiftung fortführen und ihre positive Entwicklung begleiten.
Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern des Stiftungsrates für ihre Bereitschaft, sich ehrenamtlich für unsere Bürgerstiftung zu engagieren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche dem Gremium viel Erfolg für die kommenden Jahre.
Mehrzweckhalle: Sicherheit gewährleistet, großer Sanierungsbedarf bestätigt
Ein zentrales Zukunftsprojekt bleibt die Sanierung unserer Mehrzweckhalle beziehungsweise Gemeindehalle. Um hierfür eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen, hat der Marktgemeinderat die Büros kplan AG sowie Weber + Korpowski mit einer umfassenden Studie beauftragt. Diese soll aufzeigen, welche Maßnahmen erforderlich sind, wie einzelne Gewerke sinnvoll miteinander verbunden werden können und welche Kosten dabei zu erwarten sind. Die Studie dient zugleich als Grundlage für mögliche Förderanträge im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“
Parallel dazu wurde am 23. Juli 2026 eine umfassende Tragwerksüberprüfung des Dachbereichs durchgeführt. Dabei wurden sämtliche statisch relevanten Dachtragwerke untersucht.
Bei dieser Überprüfung wurden an einzelnen Holzbalken Rissbildungen festgestellt. Wichtig ist mir an dieser Stelle die klare Feststellung: Nach Einschätzung des beauftragten Statikers bestand und besteht derzeit keine akute Gefährdung der Standsicherheit der Halle.
Gleichwohl zeigte die Untersuchung, dass die Tragfähigkeit einzelner Bauteile insbesondere bei außergewöhnlichen Belastungen, beispielsweise durch hohe Schneelasten, langfristig beeinträchtigt werden könnte. Deshalb wurde unmittelbar gehandelt, um eine weitere Ausbreitung der Risse zu verhindern und die Tragfähigkeit dauerhaft sicherzustellen.
Das beauftragte Ingenieurbüro entwickelte dafür kurzfristig geeignete Sicherungsmaßnahmen. Die betroffenen Holzbalken wurden durch einen Fachbetrieb mittels spezieller Vollgewindeschrauben verstärkt und gegen weitere Rissbildungen gesichert. Nach Abschluss dieser Arbeiten musste ein Statiker überprüfen, ob die Tragfähigkeit der betroffenen Bereiche wieder vollumfänglich gegeben ist.
Im Zuge der Untersuchungen wurden außerdem weitere Erkenntnisse gewonnen, die für die anstehende Sanierungsplanung von Bedeutung sind.
Nach dem Rückbau des für die Arbeiten erforderlichen Gerüstes wird noch eine Raumluftmessung durchgeführt.
Darüber hinaus wurde festgestellt, dass eine im Dachbereich vorhandene Brandschutzlasur altersbedingt teilweise spröde geworden ist und stellenweise Rissbildungen aufweist. Auch dieser Umstand wird im Rahmen der weiteren Untersuchungen berücksichtigt.
Die Erkenntnisse zeigen einmal mehr, dass die anstehende Sanierung der Mehrzweckhalle notwendig ist. Gleichzeitig bestätigen sie aber auch, wie wichtig die jetzt laufenden Bestandsaufnahmen und Untersuchungen sind. Nur wenn wir den tatsächlichen Zustand unserer gemeindlichen Gebäude genau kennen, können wir die notwendigen Maßnahmen fachgerecht planen, Fördermöglichkeiten nutzen und verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln unserer Marktgemeinde umgehen.
Besonders wichtig ist mir dabei eine seriöse und ehrliche Betrachtung unserer finanziellen Möglichkeiten. Die Gemeinde hat aktuell drei Großprojekte in Planung: die Sanierung der Gemeindehalle, den Neubau einer Feuerwehrzentrale sowie die Erschließung des Baugebietes Oberlohe. Hinzu kommen dringend notwendige Investitionen in Straßen und Infrastruktur.
Gerade deshalb müssen wir Prioritäten setzen, Fördermöglichkeiten konsequent nutzen und unsere finanzielle Leistungsfähigkeit dauerhaft erhalten. Kurz gesagt: Wir müssen vernünftig wirtschaften.
Gemeinsam die Zukunft Schwanstettens gestalten
Bis Ende Oktober beziehungsweise Anfang November erwarten wir wesentliche Erkenntnisse zu den großen Zukunftsprojekten unserer Gemeinde. Anschließend wird sich der Marktgemeinderat gemeinsam mit den Sachgebietsleitern der Verwaltung und mir zu einer Klausurtagung treffen.
Unter dem Motto „Kick-off – Der erfolgreiche Gemeinderat“ wollen wir gemeinsam die Herausforderungen der kommenden Jahre analysieren, Ziele definieren, Prioritäten festlegen und einen verlässlichen Fahrplan für die Weiterentwicklung Schwanstettens erarbeiten.
Mein Ziel ist es, gemeinsam mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und im Nachgang dann auch mit Ihnen als Bürgerinnen und Bürgern unsere Heimatgemeinde verantwortungsvoll, bodenständig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
Sie sehen: Es gibt viel zu tun. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir die anstehenden Aufgaben meistern werden, wenn wir sie mit Augenmaß, Sachverstand und gegenseitigem Vertrauen angehen. Schwanstetten hat in der Vergangenheit viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Das wird uns auch künftig gelingen.
Dafür bitte ich Sie um Ihre Unterstützung, Ihre Anregungen und Ihre wohlwollende Begleitung.
Herzlichst Ihr
Richard Seidler
Erster Bürgermeister


