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Unser kommunaler Haushalt 2026
Erstelldatum01.05.2026
Ein Überblick von Bürgermeister Richard Seidler
Ein Überblick von Bürgermeister Richard Seidler
Am 31. März 2026 hat der bisherige Marktgemeinderat einstimmig den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Es war zugleich der letzte Haushalt unter der Mitwirkung von Robert Pfann als Erster Bürgermeister.
Das Jahr 2026 steht unter schwierigen Vorzeichen. Die weltpolitischen Krisen wirken bis in unseren Alltag hinein: steigende Energiepreise, eine Inflation von 2,7 % (März 2026) und unsichere Lieferketten belasten uns als Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die kommunalen Haushalte. Trotz dieser Rahmenbedingungen ist es gelungen, einen soliden, ausgewogenen und verantwortungsvollen Haushalt für Schwanstetten aufzustellen – und das letztmals ohne Kreditaufnahme.
Diese Stabilität ist kein Selbstläufer. Sie ist das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung, klarer Prioritäten und einer konstruktiven Zusammenarbeit im Marktgemeinderat.
Gemeinsam getragen - Dank für die Vorarbeit
Mein besonderer Dank gilt unserem Kämmerer Marcel Roder, der den Haushalt mit großer Fachlichkeit, Ruhe und Weitsicht vorbereitet hat. Er hat dem Marktgemeinderat nicht nur die Zahlen präsentiert, sondern vor allem die Zusammenhänge verständlich gemacht; insbesondere im Hinblick auf die großen Zukunftsprojekte, die wie Zahnräder in einem finanzpolitischen Räderwerk ineinandergreifen:

Ebenso danke ich den Kolleginnen und Kollegen des Haupt-, Kultur- und Wirtschaftsausschusses, die in mehreren intensiven Vorberatungen die Grundlage für den Haushaltsbeschluss gelegt haben. Diese Vorarbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir im Gremium zu einem breiten Konsens finden konnten.
Nur im Bereich des Stellenplans gab es zunächst unterschiedliche Ansichten. Ein nochmaliges Zusammenführen aller Fraktionen durch meinen Amtsvorgänger Robert Pfann und eine Kompromissfindung führte letztendlich jedoch dazu, dass alle Fraktionen den Stellenplan mittragen konnten. Dieses Ergebnis stärkt jeweils das Bauamt und das Quartiersmanagement und hat demzufolge auch einen positiven Einfluss auf die gesamte Arbeit in der Gemeindeverwaltung.
Haushaltsvolumen 2026 - Einordnung und Vergleich
Das Haushaltsvolumen 2026 beträgt 21.352.410 Euro.
Damit steigt der Verwaltungshaushalt moderat um 3,8% im Vergleich zum Vorjahr an. Ursache sind vor allem höhere Verbrauchs-, Unterhalts- und Personalkosten. Der Vermögenshaushalt fällt im Vergleich zum Vorjahr geringer aus, was mit dem Projektfortschritt der anstehenden Investitionen zusammenhängt.
Damit steigt der Verwaltungshaushalt moderat um 3,8% im Vergleich zum Vorjahr an. Ursache sind vor allem höhere Verbrauchs-, Unterhalts- und Personalkosten. Der Vermögenshaushalt fällt im Vergleich zum Vorjahr geringer aus, was mit dem Projektfortschritt der anstehenden Investitionen zusammenhängt.
Einnahmen 2026 - stabil und verlässlich
Die Einnahmen des Verwaltungshaushalts belaufen sich auf 16,76 Mio. €.
Wesentliche Säulen sind:
- 6,28 Mio. € Einkommensteuer – erneut Höchststand
- 3,07 Mio. € Schlüsselzuweisungen
- 2,41 Mio. € staatliche Betriebskostenförderung für Kitas
- 1,27 Mio. € Gewerbesteuer (+10 % ggü. Vorjahr)
- 798.000 € Grundsteuer B
- 870.000 € Kanalgebühren
Diese Zahlen unterstreichen einmal mehr die starke Bürgerschaft Schwanstettens, die wenigen aber soliden Betriebe und eine gute Steuerkraftentwicklung.
Der Anstieg der wichtigsten Einnahmepositionen gegenüber dem Vorjahr, ist ein Zeichen robuster kommunaler Finanzen.
Ausgaben 2026 – Pflichtaufgaben und Zukunftssicherung
Die größten Ausgabeposten spiegeln die kommunalen Kernaufgaben wider:
- 4,52 Mio. € Kreisumlage
- 3,94 Mio. € Betriebskostenförderung Kitas
- 2,89 Mio. € Personalkosten
- 3,83 Mio. € Sach- und Betriebsaufwand
- 448.000 € Straßenunterhalt
- 400.000 € Kanalunterhalt
Mit einer Zuführung von 692.931 € in den Vermögenshaushalt erfüllen wir die gesetzliche Mindestzuführung und übertreffen diese sogar um das Vierfache.
Investitionen 2026 - Wir gestalten Zukunft
Der Vermögenshaushalt umfasst 4,59 Mio. €.
Die wichtigsten Investitionen:
- 1,15 Mio. € Breitbandausbau (davon 900.000 € Förderung durch den Freistaat Bayern)
- 685.000 € Gemeindestraßen
- 420.000 € Sanierung der Mehrzweckhalle (u. a. Beleuchtung 250.000 € - Der Austausch der Beleuchtung ist ab dem 04.05. geplant. Die Nutzung der Halle ist voraussichtlich ab Ende Juni/Mitte Juli wieder möglich.
- 350.000 € Rathausvorplatz / Fontänenfeld (der letzte Abschnitt der Umgestaltung des Rathausvorplatzes)
- 200.000 € Abschluss des Grundschulumbaus (zur Erfüllung des Ganztagsbetreuungs-anspruchs, der durch den evangelischen Kinderhort an der Grundschule gewährleistet wird)
- 155.000 € Feuerwehr (u. a. HLF10-Fahrgestell mit 120.000 €)
Diese Maßnahmen tragen zum sozialen und kulturellen Wohl und der Förderung des Gemeinschaftslebens in Schwanstetten bei und stärken Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und Lebensqualität.
Die Finanzierung erfolgt u. a. durch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 2.398.302 €.
Neue Impulse 2026 – FERS und Outdoor‑Jugendplatz
Zwei zusätzliche Entscheidungen, die ebenfalls mit großer Mehrheit des alten Gemeinderates getroffen wurden, setzen wichtige Akzente:
1. Erhöhung der FERS‑Mittel
Das kommunale Förderprogramm FERS unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei Energie- und Ressourcen-Sparmaßnahmen.
Mit der Erhöhung des Fördertopfes von 77.000 auf 100.000 € senden wir ein klares Signal:
Wir wollen Energieunabhängigkeit stärken und private Investitionen in Klimaschutz erleichtern.
Die Höhe der Fördermittel hängt jedoch immer von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde ab. Ein Automatismus für die Folgejahre kann aus der diesjährigen Erhöhung nicht abgeleitet werden.
2. Haushaltsstelle für einen Outdoor‑Jugendplatz
Mit 30.000 € stellen wir erstmals Mittel für die Planung eines Outdoor‑Jugendplatzes in den Haushalt ein.
Damit greifen wir ein Anliegen auf, das uns aus der Bürgerschaft und insbesondere von Jugendlichen immer wieder erreicht hat: ein überdachter Ort im Freien, an dem junge Menschen sich treffen, bewegen und ihre Freizeit gestalten können.
Diese beiden Entscheidungen zeigen, dass wir nicht nur verwalten, sondern gemeinsam mit Ihnen, den Menschen in unserer Gemeinde, gestalten wollen.
Aufruf an die Bürgerschaft - Ihre Ideen sind gefragt
Für den geplanten Outdoor‑Jugendplatz lade ich alle Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich ein, Standortvorschläge und Ideen einzubringen.
Wir wollen diesen Prozess gemeinsam gestalten und die Jugendlichen aktiv in die Planung und Umsetzung mit einbinden.
Vorschläge können jederzeit im Rathaus, bei Frau Weidner, Telefonnr. 09170/289-25, E-Mail-Adresse stefanie.weidner(@)schwanstetten.de, eingereicht werden.
Investitionspläne 2025–2029 - Klarheit über die großen Vorhaben
Im Rahmen der Haushaltsberatungen hat unser Kämmerer Marcel Roder erstmals einen durchgängigen Investitionsplan für die Jahre 2025 bis 2029 vorgestellt. Diese Übersicht schafft Transparenz, wie sich die großen Projekte der kommenden Jahre finanziell auswirken und welche Schritte in welcher Reihenfolge notwendig sind. Gerade weil wir vor mehreren großen Vorhaben stehen, ist diese Klarheit ein wichtiger Baustein für eine verantwortungsvolle Haushaltsführung.
Die neue Feuerwehrzentrale ist das größte Infrastrukturprojekt der kommenden Jahre
Die neue Feuerwehrzentrale ist ein Projekt, das uns über mehrere Jahre begleiten wird. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller Schätzung bei 11,34 Mio. €. Die Verteilung der Investitionen erfolgt in mehreren Bauabschnitten:
- 2028: 2.835.250 €
- 2029: 5.670.500 €
- 2030: 2.835.250 € (außerhalb des aktuellen Finanzplanzeitraums)
Seit dem Jahr 2021 begleitet uns diese Thematik. Damals noch mit weitaus geringeren Kostenschätzungen. Konkret angestoßen wurde die Planung jedoch erst im Jahr 2025. Ab 2028 wird das Projekt dann sichtbar in den Haushalt eingreifen. Die Feuerwehrzentrale ist damit das größte Einzelprojekt der kommenden Jahre, um auch zukünftig in Sachen Brandschutz und Sicherheit gut aufgestellt zu sein.
Ersatzbeschaffung HLF 10
Parallel dazu läuft die Ersatzbeschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 10):
- 2026: 120.000 €
- 2027: 530.000 €
Damit entstehen insgesamt 650.000 € Kosten. Das neue HLF 10 ersetzt ein über 33 Jahre altes, zunehmend reparaturanfälliges Fahrzeug und bringt moderne Technik in unsere Feuerwehr. Den Ausgaben steht eine bereits beantragte Förderung in Höhe von 170.000 € gegenüber.
Neubaugebiet Oberlohe - Vorleistungen und spätere Einnahmen
Für das Baugebiet Oberlohe sind folgende Schritte vorgesehen:

Damit zeigt sich: Wir müssen zunächst investieren, um später Einnahmen zu erzielen. Oberlohe ist ein wichtiges Projekt, um jungen Familien Wohnraum zu ermöglichen und gleichzeitig die Finanzkraft der Gemeinde zu stärken.
Sanierung der Mehrzweckhalle - ein mehrjähriges Projekt
Die Mehrzweckhalle muss in mehreren Schritten saniert werden. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 9,34 Mio. €:
- 2026: 420.000€ (Beleuchtung, weitere Ausschreibungen, Prallschutzwände)
- 2027: 5.181.979 € (Belüftung)
- 2028: 2.657.295 € (Hort, Gastro, WC, Foyer)
- 2029: 1.255.126 € (Gaststätte und Wohnhaus)
Unsere Gemeindehalle ist ein zentraler Ort für Sport, Kultur und Begegnung. Die Sanierung ist daher nicht nur eine bauliche, sondern auch eine gesellschaftliche Investition. Die Sandsteinfassade und die außergewöhnliche Architektur versetzen landkreisweit und darüber hinaus ins Staunen.
Was der Blick in den Finanzplan/ins Investitionsprogramm zeigt:
Die Zahlen machen deutlich:
- Die Jahre 2027 bis 2029 werden finanziell sehr anspruchsvoll.
- Die drei Großprojekte – Feuerwehrzentrale, Mehrzweckhalle, Oberlohe – bestimmen die Finanzplanung.
- Ohne Kreditaufnahmen werden diese Projekte nicht realisierbar sein.
- Gleichzeitig entstehen durch Oberlohe ab 2028 erhebliche Einnahmen, die die Belastung abfedern.
- Eine gute Planung gibt uns die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen und die Projekte geordnet zu realisieren.
Der Finanzplan und das Investitionsprogramm zeigen, dass wir die Herausforderungen kennen und, dass wir sie mit allen Verantwortlichen strukturiert angehen.
Fazit
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen steht Schwanstetten finanziell auf einem soliden Fundament.
Der Haushalt 2026 zeigt:
- verantwortungsvolle Haushaltsführung
- klare Prioritäten
- gezielte Investitionen
- breite politische Unterstützung
Vor allem aber zeigt er: Wenn wir zusammenarbeiten, gelingt uns viel.
Dieses positive Miteinander wünsche ich mir auch für die kommenden Jahre, in denen wir mehrere finanzintensive Großprojekte umsetzen müssen. Die Kunst wird sein, neben diesen Projekten genügend Spielraum zu behalten, um freiwillige Leistungen wie gewohnt fortzuführen und weitere sinnvolle Entwicklungen anzustoßen.
Als neuer Erster Bürgermeister habe ich die angedachten Großprojekte übernommen und darf diese nun gemeinsam mit den Mitarbeitern der Verwaltung sowie den Kollegen des Marktgemeinderates verantwortlich umsetzen. Auch Sie, die Bürgerschaft unserer Heimatgemeinde, bitte ich um positive Begleitung bei den anstehenden finanzpolitischen Herausforderungen. Vielen Dank!
Ihr
Richard Seidler
Erster Bürgermeister
Die Haushaltssatzung des Jahres 2026 mit ihren Festsetzungen, den Haushaltsplan mit seinen Bestandteilen und Anlagen sowie weitere Details zum Haushalt finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik „Service & Verwaltung/Verwaltung/Haushalt“.





