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Bürgermeisterbrief im April 2026
Erstelldatum25.03.2026
Bürgermeister Robert Pfann informiert
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
zum letzten Mal darf ich mich im Bürgerbrief an Sie wenden.
„Alles hat seine Zeit“ – die zurückliegenden 18 Amtsjahre als Erster Bürgermeister unserer Marktgemeinde waren eine ereignisreiche und herausfordernde Zeit. Eine Zeit, auf die ich dankbar und offen gestanden, aber auch mit einer leisen Wehmut zurückblicke. Es war mir immer eine große Ehre, Schwanstetten mitgestalten zu dürfen.
Viel Positives konnte durch die konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure – von den Marktgemeinderäten über die engagierten und kompetenten Mitarbeitenden in Verwaltung und Bauhof sowie den Planungsbüros bis hin zum Einbringen unserer Bürgerinnen und Bürger – erreicht werden. Herzlichen Dank an sie alle.
Wie eingangs gesagt: „Alles hat seine Zeit.“ Nun möchte ich meiner Familie, die all die Jahre oft zurückstehen musste und stets großes Verständnis dafür gezeigt hat, meine volle Aufmerksamkeit widmen.
Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, möchte ich in der Rückschau einige wichtige Meilensteine in Erinnerung rufen. Eine Bewertung meiner Arbeit Maße ich mir nicht an und überlasse dies gerne Ihnen selbst.
- Ausbau des Krippenangebots von zwei auf sechs Gruppen
- Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/27:
Durch den Ausbau des Horts der ev. Kirche Schwand an der Grundschule sowie unter Einbeziehung weiterer Träger stehen künftig 220 Hortplätze zur Verfügung. Mit einer Deckungsquote von 77 % hat der Markt Schwanstetten hier seine Hausaufgaben gemacht. - Generalsanierung der Grundschule mit Turnhalle von 2017 bis 2019: Investitionen rund 6,5 Mio. €
- Schaffung großzügiger räumlicher Verhältnisse für die offene Jugendarbeit im Untergeschoss der Grundschule (ca. 250 m²)
- Wohnraumschaffung insbesondere für junge Familien durch die Baugebiete „Alte Straße“ und „An den Drei Linden“ (rund 50 Bauparzellen)
- Baugebiet Oberlohe wartet weiterhin auf Verwirklichung und befindet sich immer noch in der Planungsphase
- Moderate Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Hackspiederweg“ in Schwand
- Neuaufstellung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans als wichtige Leitplanke für die künftige Entwicklung Schwanstettens
- Vollständige Erschließung der Kreisstraßen RH 1 und RH 35 mit Geh- und Radwegen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für alle
- Errichtung einer Heizzentrale an der Grundschule mit Hackschnitzel- und Gaskessel für die Spitzenlast zur Wärmeversorgung von Schule, Turnhalle, Gemeindehalle, Bürger Stub’n, Rathaus und kath. Kinderhaus über ein Nahwärmenetz
- Regionale Hackschnitzelbelieferung durch eine Liefergemeinschaft
- Photovoltaikanlagen auf dem Feuerwehrgerätehaus Schwand, der Kita AWO „Sonnenschein“, dem Rathaus und dem Bauhof
- Unterstützung der Energiewende durch das Förderprogramm „FERS“ (seit 2015) sowie „Steig um!“ zur Förderung der ÖPNV-Nutzung
- Eigenwirtschaftlicher Ausbau von Glasfaser für die Hauptorte Leerstetten und Schwand (laufend); geförderter Ausbau der Außenorte wie Furth, Harm und Mittelhembach folgt
- Barrierefreier Umbau von fünf der sechs beschlossenen Bushaltestellen; die Haltestelle am Pfarramt Leerstetten folgt in diesem Jahr
- Aufwertung des Ortszentrums durch die Sanierung der Weiheranlage an der Gemeindehalle; mit Umsetzung des beschlossenen Fontänenfelds am Rathausplatz wird die Aufenthaltsqualität weiter steigen
- Die „Schwanstettener Sommernacht“ hat sich als beliebte Musikveranstaltung und feste Begegnungsmöglichkeit etabliert
„Gemeinsam geht’s besser“
Ein besonders prägender Moment war für mich die zukunftsweisende Entscheidung der Kameradinnen und Kameraden der ehemals eigenständigen Ortswehren Leerstetten und Schwand, sich zur Freiwilligen Feuerwehr Schwanstetten zusammenzuschließen. Dieser Zusammenschluss ist ohne Frage als „historisch“ zu bewerten. Der Bau der Feuerwehrzentrale befindet sich derzeit in Planung.
Gesellschaft im Wandel
Seit meinem Amtsantritt musste ich leider feststellen, dass persönliche Einzelinteressen zunehmend stärker artikuliert werden als das Interesse am Gemeinwohl. Während früher Bitten oder Anregungen im Vordergrund standen, heißt es heute häufig: „Ich erwarte“ oder „ich fordere“. Zur Erinnerung: Gemeinwohl beschreibt das Wohl und die Interessen der Gesamtheit einer Gemeinschaft – also das, was vielen oder allen zugutekommt – im Gegensatz zu Einzelinteressen.
Soziales – für eine starke Gemeinschaft
Umso wohltuender ist es zu sehen, wie viele Menschen sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagieren. Mit ihrem Tun sind sie tragende Säulen unserer Gemeinschaft – sie machen Schwanstetten lebendig, menschlich und lebenswert.
Der „Schwanstettener Weg“
Dazu zählt insbesondere das uneigennützige Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher in gemeindlichen Einrichtungen, auf das ich dankbar und zufrieden blicke. Seit 2008 konnten wertvolle Angebote für Jung und Alt etabliert werden. Was mit dem Senioren- und Jugendbeirat begann, fand seine praktische Fortsetzung in der Senioren- und Nachbarschaftshilfe. Ein Helferkreis von rund 30 Ehrenamtlichen unterstützt beim Einkaufen, begleitet zu Arztterminen, übernimmt Schriftverkehr, Hausbesuche und vieles mehr.
Seit 2022 ergänzt der Bürgerbus dieses Angebot. Er wird von Bürgern für Bürger gefahren und bringt Fahrgäste innerhalb des Gemeindegebiets zuverlässig an ihr gewünschtes Ziel. Am Wochenende steht der Bus den Vereinen kostenfrei zur Verfügung.
Ebenfalls 2022 wurde das Quartiersmanagement mit Magdalena Kuhn im Rathaus ins Leben gerufen. Als zentrale Ansprechpartnerin vernetzt sie Menschen, fördert kreative Angebote und stärkt das Miteinander in unserer Gemeinde.
Der vor etwa zwei Jahren unter der Regie des Quartiersmanagements etablierte Bürgertreff ist ebenfalls eine Erfolgsgeschichte. Dort finden Spielnachmittage und -abende, Lesungen, Vorträge und weitere Begegnungsangebote statt. Ergänzt wird dies durch das regelmäßig stattfindende Repair-Café, das dank engagierter ehrenamtlicher „Tüftler“ großen Zuspruch erfährt.
All dies wäre nicht möglich ohne die Ehrenamtlichen, die sich aus Überzeugung und mit Leidenschaft in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen einsetzen.
Diese Angebote ergänzen die hervorragende Vereinsarbeit in unserer Gemeinde. Mein Dank gilt allen, die sich in Vereinen, Kirchen und Organisationen ehrenamtlich engagieren. Erst durch die Vielzahl an Veranstaltungen und Aktivitäten über das gesamte Jahr hinweg wird das Leben in Schwanstetten attraktiv – und vor allem lebendig.
Kommunalwahl
Am 8. März 2026 haben die Wählerinnen und Wähler Richard Seidler für das Amt des Ersten Bürgermeisters mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen. Meinem Nachfolger habe ich zu seinem Erfolg bereits gratuliert und wünsche ihm für die nächsten 6 Jahre alles Gute, viel Kraft, Schaffensfreude und immer ein gutes Gespür bei allen Entscheidungen.
Den für den Marktgemeinderat neu bzw. wiedergewählten Kandidatinnen und Kandidaten gratuliere ich ebenfalls zum Einzug in das Gremium. Möge eine sachorientierte und dem Gemeinwohl dienende Zusammenarbeit, fernab von Parteipolitik und Ideologie, stets im Vordergrund stehen.
Den ausgeschiedenen Kolleginnen und Kollegen des Rates danke ich für Ihr über Jahre währendes ehrenamtliches Engagement beim Gestalten und Entwickeln unseres liebens- und lebenswerten Schwanstettens.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben, für Ihre Anregungen und Ihr aktives Mitwirken in unserer Gemeinde sage ich Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott.
Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest.
Es grüßt herzlichst
Ihr
Robert Pfann
Erster Bürgermeister


