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Sommerlicher Hitzeschutz
Erstelldatum21.07.2025
Tipps der ENA

Wohlbefinden ohne Klimaanlage – Kosten sparen
Der Sommer ist wieder da und verwöhnt uns mit viel Sonne und langen Tagen. Ein Genuss!
Doch die Sonnenwärme kann schnell ausgesprochen lästig werden. Insbesondere dann, falls sich die Wohnräume und Büros unangenehm mit Wärme aufheizen und „überhitzen“. Das sind die Zeiträume in denen viele Menschen die Sonnenwärme als „lästige Hitze“ empfinden. Schnell entsteht dann die Idee, die Wärme „weg zu kühlen“ und Klimaanlagen anzuschaffen. Doch Klimaanlagen in der Regel sehr viel Strom können sich zu richtigen „Stromfresser“ und in Folge zu „Kostenfallen“ entwickeln.
Bei richtigen Umgang mit der Sonne sind Klimaanlagen nicht nötig. Mit relativ einfachen Mitteln kann vielfach dafür gesorgt werden, dass das Raumklima auch ohne Klimaanlage angenehm und erträglich bleibt.
Die Berater der unabhängigen EnergieBeratungsAgentur des Landkreises Roth, kurz ENA-Roth, geben Tipps und Tricks zum Wohlfühlen und Energiesparen im Sommer!
Angenehme Raumtemperaturen sichern
Der Schutz der Räume vor übermäßiger Erwärmung kann wirkungsvoll durch die Nutzung von Rollläden und Sonnenschutzeinrichtungen, beispielsweise Markisen, erfolgen. Wichtig ist hierbei, die Sonnenschutzeinrichtung muss bereits ab den frühen Morgenstunden, noch bevor die Sonne in die Räume scheint, in die richtige Stellung gebracht werden. Die Wärme die nicht in den Räumen ankommt, kann die Wohnräume oder Büros auch nicht aufheizen.
Tipp: Außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen sind am effizientesten!
Dachflächenfenster
Dachflächenfenster sollten unbedingt mit außenliegenden Sonnenschutz verschattet werden. Ein Quadratmeter Dachflächenfenster kann, je nach Sonneneinstrahlung, einen Energieeintrag von bis zu 600 Watt pro Sonnenstunde bedeuten. Wärme ja Hitze pur, die Temperatur steigt!!
Fenster schließen und Nachtkühle nutzen
Morgens die Fenster schließen, noch bevor die Sonne die Umgebungsluft aufheizt. Und durch Lüften in der Nacht die natürliche Nachtkühle nutzen! Das heißt: Die Fenster und Türen über Tags und am frühen Abend möglichst geschlossen halten. Fenster sollten erst ab dem Zeitpunkt geöffnet werden ab dem eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird und bestenfalls schon die "Nachtkühle" eingesetzt hat. Gleichzeitig sollte für Durchzug gesorgt werden, zum Beispiel durch das gleichzeitige Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern oder Türen.
Schlafzimmer zu warm
Sollten Schlafräume in den Sommermonaten, trotz aller Sonnen-Schutzmaßnahmen dennoch zu warm werden, gibt es unter Umständen die Möglichkeit die Schlafräume in kühlere Bereiche der Wohnung oder des Hauses zu verlegen. Ideale Räume hierfür sind grundsätzlich Räume die an der Nord- oder Ostseite eines Gebäudes angeordnet sind. Oder nach Möglichkeit, die Schlafräume in das Untergeschoss beziehungsweise in die Kellerräume des Gebäudes verlegen.

Heizung aus – Sommerbetrieb an
In den Sommermonaten wird in der Regel keine Heizwärme benötigt – das bedeutet, der Heizkessel muss nicht auf „Heizbereitschaft“ mit entsprechend aufgeheizten Kesselwasser gehalten werden.
Tipp: Stellen Sie die Heizungssteuerung auf „Sommerbetrieb“ oder auf "nur Erwärmung Trinkwasser“, dies verhindert, dass sich der Heizkessel unnötig oft ohne Nutzen aufheizt.
Verteilung der Heizwärme
Falls keine automatische Steuerung am Heizkessel für die Heizkreisverteilungspumpen vorhanden ist, sollten die Pumpen zur Wärmeverteilung manuell abgeschaltet werden. Dies spart Strom und Geld!
Warmwasserverteilung
Die Laufzeiten der Zirkulationspumpen für die Verteilung des Warmwassers sollten grundsätzlich entsprechend der Zeitfenster eingestellt werden in denen auch tatsächlich Warmwasser benötigt wird, um zum Beispiel zu Duschen oder Kochen. Falls die Steuerung der Heizungsanlage keine Möglichkeit bietet die Zirkulationspumpen zeitlich zu steuern kann ggf. eine Zeitschaltuhr in der Stromversorgung der Pumpe zwischengeschaltet werden.
Warmwassertemperatur
Vielfach wird in den Sommermonaten nicht so heißes Wasser wie im Vergleich in den Wintermonaten benötigt. Die Temperatur des Warmwassers kann an der Heizkesselsteuerung etwas reduzieren werden. Dies gilt auch für Kleinspeicher und Durchlauferhitzer an Waschbecken.
Mehr Kaltwasser oder sonnenerwärmtes Wasser nutzen
Im Sommer ist es oft ganz angenehm mit kalten Wasser Hände zu waschen oder sich abzuduschen. Warum also Warmwasser „verschwenden“.
Die Nutzung einer Gartendusche oder eines Wasserhahns mit Wasserspeicher, der von der Sonne erwärmt wurde, spart Kosten und Energie!
Solarenergie nutzen
Noch besser, gleich eine thermische Solaranlage mit Speicher installieren! Ein tolles Lebensgefühl zu duschen oder zu kochen und dabei zu wissen, dass das Warmwasser emissions- und kostenfrei von der Sonne erwärmt wurde.
Tipp: Derzeit wird die Installation einer thermischen Solaranlage mit 30 Prozent Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.
Von der Sonne verwöhnt - Wäsche trocknen
Die Wäsche in den Sommermonaten im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt, trocknet schnell und kostenfrei. Ein Wäschetrockner ist nicht notwendig – das spart elektrischen Strom!
Haben Sie weitere Fragen oder benötigen Sie Hinweise zum energieeffizienten Bauen und Sanieren, Beratung zu Heizsystemen, der Nutzung von Solarenergie zur Strom oder Wärmeerzeugung oder haben Sie fragen zu Fördermitteln – die Berater der ENA-Roth im Landratsamt Roth stehen Ihnen zur Verfügung. Tel. 09171-814000, Mail: ena@landratsamt-roth.de
Text und Bilder: ENA-Roth

