Juraleitung P 53: Markt Schwanstetten

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Juraleitung P 53 - Bürgerbrief Juni 2019

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

für Entsetzen und ungläubiges Staunen hat die von TenneT vorgeschlagene Südumfahrung als eine der vier möglichen Trassenführungen für den Ersatzneubau der 380 kV-Juraleitung durch den nördlichen Landkreis Roth, insbesondere durch unser Schwanstetten gesorgt. Nahezu unser gesamtes Gemeindegebiet würde dabei von Süden nach Norden durchschnitten werden. Hintergrund dieser Planungen ist, dass die Stromtrasse P53, die von Raitersaich über Ludersheim bis nach Altenheim bei Landshut führt, von einer bestehenden 220 kV zu einer 380 kV-Hochspannungsleitung ausgebaut werden soll.

Neue Betroffenheiten

Ursprünglich war der Trassenverlauf an der 220 kV Bestandsleitung geplant. Aufgrund von nachvollziehbaren starken Widerständen der Bürgerinitiativen-Allianz P53 wurde nun von TenneT die Südtrassen-Variante vorgelegt. Die Trassenführung wird dadurch um ca. 10 km länger und schafft neue Betroffenheiten. Bisher waren aus dem Landkreis Roth schon die Gemeinde Rohr und der Markt Wendelstein von der Bestandsleitung tangiert. Mit der möglichen Südvariante werden jetzt auch die Gemeinden Kammerstein, Büchenbach, Rednitzhembach und der Markt Schwanstetten zu neuen Betroffenen.

Bürgermeisterallianz gegen „Trassen-Wahnsinn“

Die Bürgermeister der sechs betroffenen Landkreisgemeinden haben sich bei einem Treffen ganz klar gegen die Süd-Umfahrung ausgesprochen. Die Bürgermeisterkollegen waren sich in ihrer Bewertung einig darin, keine Alternativen vorzuschlagen, weil damit andernorts neue Betroffenheiten geschaffen werden könnten und kein „Sankt-Florians-Prinzip“ gelten soll. Man hat sich darauf verständigt, dass jede Kommune die Argumente, die gegen den Trassenverlauf in ihrer Gemeinde sprechen, auflistet. Die Stellungnahmen der einzelnen Gemeinden werden dann gesammelt mit einer gemeinsam verfassten Petition an TenneT weitergeleitet.

Netzausbau notwendig?

Hierin werden wir Gemeinden auch die Notwendigkeit des Netzausbaus stark in Frage stellen. So wird vom achtgrößten deutschen Energieversorger, der N-ERGIE weniger Leitungsausbau und anstelle dafür der Bau von dezentralen Speichermöglichkeiten gefordert, um den in der Region mit regenerativer Energie erzeugten Strom zu speichern. Daneben werden Gaskraftwerke als geeignetes Mittel gesehen, um Lastspitzen zu decken.

„Runder Tisch“

Wenn Sie diese Ausgabe in den Händen halten, wird bei uns in der Gemeinde der „Runde Tisch“ am 13. Juni bereits getagt haben. Mit fachkundigen Mitstreitern aus den Bereichen Umwelt, Natur, Energie, Land- und Forstwirtschaft wird es uns gelingen, eine fundierte Stellungnahme gegen die Stromtrasse abzugeben. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkende.

So wird unser Einwand unter anderem darauf abzielen, dass die mögliche 380 kV-Leitung, für die 55 m hohe Strommasten und 35 m breite Ausleger benötigt werden, durch unsere Gemeinde eine unsägliche Schneise schlägt. Besonders kritisch ist zu sehen, dass in Teilabschnitten der Regelabstand von 400 m zur Wohnbebauung unterschritten wird und zwei Aussiedlerhöfe von der Stromtrasse quasi sogar „hautnah“ betroffen sein werden. Ferner soll die Trasse ab der Gemeindegrenze von Rednitzhembach durch ca. 3,8 km Bannwald und Landschaftsschutzgebiet, was bislang unberührte Natur ist, führen. Insbesondere im gemeindefreien Gebiet in der „Soos“ wird das zweitgrößte Märzenbechervorkommen im Landkreis Roth massiv beeinträchtigt, wenn nicht gar zerstört werden. Außerdem gibt es im Trassenbereich besonders schützenswerte Vogelarten nach der Vogelschutzrichtlinie.

Planungen von TenneT

Nach Aussagen des Netzübertragungsbetreibers wird das Raumordnungsverfahren im April 2020 beginnen. In diesem Verfahren wird der Trassenkorridor auf einer Breite von 200 m (+/-100 m) dargestellt. Die landesplanerische Beurteilung wird Ende 2020 erwartet. Daran schließt sich das Planfeststellungsverfahren an, das im Laufe des Jahres 2023 abgeschlossen sein soll. Danach erfolgt eine zwei- bis dreijährige Bauzeit.

Gemeinsam sagen wir NEIN!

Zielsetzung von Bürgern, Politik und Verwaltung in Schwanstetten muss es jetzt sein, gemeinsam gegen den geplanten Trassenverlauf durch unsere Gemeinde einzutreten und sich für den Erhalt unseres liebens- und lebenswerten Schwanstettens stark zu machen.

Bis 31. Juli 2019 besteht im Rahmen der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung vor Eröffnung des sogenannten Raumordnungsverfahrens noch die Möglichkeit Hinweise und Alternativvorschläge für die Trassenführung über ein Online-Portal von TenneT - https://gis.arcadis.nl/age_prod/juraleitung- einzubringen.

HINWEIS zur Bürgerinitiative P53-Schwanstetten

Die Initiatoren der Bürgerinitiative „P53Schwanstetten“ laden für den  03.07.2019, 19 Uhr in der Mehrzweckhalle - neben den Bürger Stub´n - in Schwanstetten zur Infoveranstaltung ein.
Angabegemäß wurden Referenten der BI Allianz P53 und IG Wendelstein eingeladen.

Wer Interesse hat, sich der möglichen BI Schwanstetten anzuschließen, kann sich dort unter P53Schwanstetten(a)t-online.de anmelden.
Ansprechpartner: Mario Engelhardt

Weitere Infos zum Thema

 Präsentations - N-ERGIE zum "Runder Tisch" Schwanstetten am 13.06.2019
"Energiewende zum Erfolg führen - Netzausbau sinnvoll gestalten


Projektbroschüre Juraleitung - TenneT


Zur Webseite der Bi-Allianz-p53

Die BI-Allianz P53 ist ein regionaler Verbund im Süden von Nürnberg von inzwischen
13 Bürgerinitiativen von Raitersaich über Winkelhaid und Postbauer-Heng bis nach Dietfurt a. d. Altmühl entlang der künftig von 220 kV auf 380 kV aufgerüsteten P53-Wechselstrom-"Juraleitung", die in Altheim bei Landshut endet.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:
Vorschlag für Lösung der Netzprobleme im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen

 

Interkommunale Gemeinderatssitzung Landkreis Roth am 04.07.2019
in Rednitzhembach

Präsentation - Aktueller Stand Variantenentwicklung und Bürgerbeteiligung

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